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Begegnungen im Danum Valley/ Borneo


Auf dem Rückweg von meinen Erkundungen, ging ein schweres Gewitter nieder. Ich wechselte die nasse Kleidung und musste entdecken, dass die Blutegel doch einen Weg gefunden hatten. Zwei Exemplare hatten sich an Schulter und Rücken festgesaugt. Zwei dünne Blutrinnsale sickerten an mir herunter. 
Beim Abendessen kam ich mit einem der Wissenschaftler des Field Centers ins Gespräch. Kurz gefasst, es war seine Aufgabe, die Folge des selektiven Holzeinschlags für die im Wald lebenden Tierarten, die Regenerationsfähigkeit der Pflanzen und die Häufigkeit der genutzten Bäume zu untersuchen.

Auf einmal hörte ich jemand deutsch sprechen. Eine Frau und ein Mann traten gerade ein, und bestellten sich etwas zu trinken.
Ich war neugierig und gesellte mich zu ihnen. So erfuhr ich dass sie, eine deutsche Biologin und er ein Fotograph, aus der Schweiz kamen. Sie hatten einen Aufenthalt von drei Monaten geplant, und sich die leidvolle Aufgabe gestellt, Orang Utans in der freien Wildbahn zu fotografieren. Er, chronisch schlecht gelaunt, hatte sich schon einige Nächte um die Ohren geschlagen und in einem Versteck mit aufgebauter Kamera gelauert. Als Köder hatte er Früchte ausgelegt. Aber jedes Mal, wenn er sein Versteck auch nur für zwei Minuten verließ, waren die Früchte verschwunden. Kein Wunder, dass man da schlechte Laune bekommt.   



Eindrücke im Regenwald von Danum Valley























In der Morgendämmerung wurde ich von einem stimmgewaltigen Chor geweckt.  Es war die Zeit kurz bevor die nachtaktiven Tiere verstummten, die tagaktiven Tiere ihren Gesang schon eingestimmt hatten, ein lautes Zwitschern, Piepen und Kichern. 
Im Nachbarhaus, das fünf Birdwatcher aus England in Beschlag genommen hatten, herrschte eilige Geschäftigkeit, und bald darauf verschwanden sie bepackt mit Ferngläsern und Fotoausrüstungen im nebligen Dickicht. In der Nacht war ein schwerer tropischer Regen niedergegangen, und hatte die Landschaft in eine Waschküchenatmosphäre verwandelt.
Es bestand die Möglichkeit Erkundungen auf eigene Faust zu unternehmen. Rund um die Forschungsstation waren verschiedene Trails angelegt. Es gab eine Tafel, auf der man sich eintragen musste, um im Fall eines unvorhergesehenen Ereignisses gefunden zu werden. Ich trank im Restaurant einen Kaffee, zog mir auf dringenden Rat die Blutegelsocken über ( ein dichtes Baumwollgewebe, das über den Knien mit einer Schnur gehalten wurde) und machte mich auf den Weg. Der gewählte Pfad war gut erkennbar, die Bäume mit Farbe kennzeichnet. Bald stand ich vor einer schmalen Hängebrücke, Personenbegrenzung, neben dem Aufgang stand ein Schild in malaiischer Sprache: 1 Orange - was 1 Mensch oder Person bedeutet. 
Es waren ständig Stimmen zu hören die ich nicht zuordnen konnte. Das Leben im tropischen Regenwald findet hauptsächlich in den Wipfeln der Bäume statt, die zum Teil zwanzig Meter und höher sind. 
Ein Blutegel hatte sich dann trotz langärmeliger Bluse an mir festgesaugt. Das Blut lief mir in einem feinen Rinnsal den Arm herunter. Teuflisch diese Biester.

Mit einer Fogger 50 ins Naturschutzgebiet Danum Valley - Borneo

























Ich hatte mich in Kota Kinabalu, der Hauptstadt von Sabah durchgefragt, und so das Büro gefunden, in dem ich einen Flug ins Danum Valley Field Centre organisieren konnte. 
Über dem Rollfeldern des kleinen Flughafens flimmerte die Luft. Eine Fokker 50 wartete startbereit auf dem Asphalt. Mir war etwas mulmig zu Mute, denn Flüge in kleinen Maschinen überstehe ich in der Regel nur bei ruhiger Wetterlage ohne Übelkeit, was man in den Tropen eher selten vorfindet. Der Flieger zog eine weite Schleife über die Stadt, sodass wir einen schönen Blick auf den an diesem Morgen wolkenfreien über 4000 Meter hohen Mount Kinabalu werfen konnten. Als die Stewardess den Wagen mit einem Imbiss durch den Gang schob, bat ich nur um etwas Orangensaft. Das war auch gut so. Es stellte sich heraus, dass sich in der Höhe viele Gewitter überschnitten, und wir eine gute Stunde auf Kopfsteinpflaster unterwegs waren. So war ich froh als der Flieger nach der Landung zum stehen kam und die Tür sich öffnete.  
Ein Landrover brachte mich auf einer gut ausgebauten Piste zur Forschungsstation des Danun Valley. Es gab mehrere Unterkunftsmöglichkeiten. Ich hatte mich für die einfachste entschieden, das Hostel, bestehend aus zwei Holzhäusern für Männer und Frauen getrennt mit je über vierzig Betten. Ich hatte Glück, denn ich war zu der Zeit im Hostel die einzige Frau. So hatte ich auch die Waschräume für mich allein. 


Grüne Meeresschildkröten auf Selingan Island

Sabah wird oft als das Land unter dem Wind bezeichnet. Gemeint ist damit, dass es im Gegensatz zu den Philippinen, die nördlich der Insel liegen, so gut wie nie von Taifunen heimgesucht wird. 
Selingan Island gehört zu einer Gruppe von Bilderbuchinselchen, die vor der Küste der Stadt Sandakan liegen. Palmen umgeben weiße Sandstrände und die  Attraktion dieses kleinen Paradieses sind traumhafte Tauchgebiete und ein Naturschutzreservat für die grüne Meeresschildkröte, auch Suppenschildkröte genannt, womit auch schon klar ist, daß sie stark gejagt werden, was bei ihrer relativ gemächlichen Art sich unter Wasser fortzubewegen keine Kunst ist. 



















Ich saß in einer hellen Vollmondnacht am Strand auf einem angeschwemmten Baumstamm, als die ersten Schildkröten am Strand landeten. Es war Schwerstarbeit für die Tiere, jenseits der Schwerelosigkeit ihr eigenes Körpergewicht fortzubewegen, mit ihren Flossen ein Loch zu graben, und an die sechzig tischtennisballgroße Eier zu legen. Sie schnauften und keuchten, und mussten immer wieder eine Pause einlegen. Als das Werk vollbracht war, schoben sie den Sand darüber und verschwanden in der Nacht. 


Die Strände werden nachts vom Parkpersonal bewacht. Nach erfolgter Eiablage werden die Eier wieder ausgebuddelt und in spezielle Stationen gebracht. Unter Bewachung schlüpfen nach ca. sechzig Tagen  die kleinen Schildkröten, und werden im Schutz der Dunkelheit, um sie vor gefräßigen Wasservögel zu schützen, ins Meer gebracht. 
Die Überfahrt mit Übernachtung zu Selingan Island muss man im voraus buchen, denn es besteht eine Personenbegrenzung, und ein wirksames Mücken- schutzmittel sollten sie auch dabei haben.   



























Das Orang Utan Sanctuary in Sepilok

























Borneo gehört zu Malaysia und Malaysia verfügt über die ältesten Wälder der Erde. Holz ist eines der wichtigsten Exportartikel. Leider hat das, wie in vielen anderen Ländern,  zu massiven Verwüstungen des Regenwaldes geführt. Die Folgen sind Erosionsschäden, Vernichtung des Lebensraums für Menschen und Tiere. Nur die Nationalparks sind vor dem Zugriff der Holzgesellschaften sicher. Jedoch ist die Fläche dieser Naturschutzgebiete im Vergleich mit den Flächen die kontinuierlich abgeholzt werden, verschwindend klein.
In Borneo haben vor allem die Menschenaffen, der Orang Utan, darunter zu leiden. Sie sind Einzelgänger und brauchen demzufolge als Lebensraum ausgedehnte Waldgebiete. Orang Utan heißt Waldmensch. Folgt man im Regenwald einem Trail, steht man irgendwann vor einer Hängebrücke, daneben ein Schild mit der Aufschrift 1 Orang oder 3 Orang. Personenbegrenzung. Der Übersetzung nach zu urteilen hat man den Orang Utan einmal für eine Art Waldmensch, und nicht für ein Tier gehalten.
In Sepilok, in der Nähe der Stadt Sandakan befindet sich ein Orang-Utan-Rehabilitationszentrum. Die Station beherbergt hauptsächlich in Gefangenschaft geratene, unerlaubt gehaltene Orang Utans. Ihre Vorgeschichte ist oft unklar. Zum Teil wurden erwachsene Tiere bei Rodungsarbeiten verletzt, manchmal auch mit Absicht getötet und die Jungtiere eingefangen und verkauft. Solche später konfiszierte Tiere sind meist krank oder sogar psychisch gestört. Hinzu kommt, dass so gut wie keins der Tiere jemals gelernt hat, sich selbst Futter zu beschaffen. In Sepilok versucht man sie an ein Leben in Freiheit zu gewöhnen. Ein Spektakel ist die tägliche Fütterungszeit. Auf einer Fütterungsplattform, gut sichtbar für Besucher der Station, werden Früchte ausgelegt. Es ist schön anzusehen wie sich die Tiere aus allen Himmelsrichtungen, über Äste und Lianen, vorsichtig an das Futter heran pirschen.


Kota Kinabalu, Borneo
























Nach meiner Tour auf den Mount Kinabalu begab ich mich wieder in die Hauptstadt Kota Kinabalu. Dort wohnte ich ein paar Tage bei einer Familie in einem schmucken, gepflegten Holzhaus, die in einem Seitentrakt ein Zimmer vermietete. Es war nett eingerichtet und sauber und hatte ein eigenes Bad, das sich für mich anfangs etwas seltsam gestaltete. Ein schmaler Raum mit normaler Toilette, und einer Art Regentonne mit einem Stieltopf. In der Mitte des Raumes befand sich der Ablauf für das Wasser. Was zuerst befremdend war, fand ich dann aber sehr praktisch. Duschen mit einem kräftigen Guss aus dem Pott gefiel mir auf einmal besser als das gewohnte Gießkannenprinzip.
Tagsüber floh ich vor der Hitze auf eine der Stadt vorgelagerten, schattigen Inselchen, wo ich ein wenig im kristallklaren Wasser der Sulusee schnorchelte. Schon in geringer Tiefe tummelten sich unzählige tropische Fische.


In diesem Haus wurde mir erst bewusst, dass auf Sabah viele Religionen friedlich nebeneinander existierten. Oft hörte ich am Abend vom Turm einer Moschee den Muezzin rufen, oder es drangen am frühen Morgen christliche Gesänge aus einem unscheinbaren Kirchlein in mein Zimmer. Eines abends hatte mich auf der Terrasse auf einem der schönen Rattansessel niedergelassen. Der kleine Bayu schlich um mich herum und beäugte mich neugierig. Der Bruder meiner Vermieterin gesellte sich zu mir und ich sprach ihn auf meine Beobachtung an. Er meinte daraufhin, die Zugehörigkeit zu einer Religion wäre auf Saba kein Problem. Das beste Beispiel wäre seine eigene Familie. Seine Eltern und auch seine Schwester wären Muslime. Er wäre zum Buddhismus übergetreten, seine Frau aber wäre Christin. Ich muss sagen, das hatte mir sehr gefallen.

Borneo, Mount Kinabalu Teil 2






































Am folgenden Morgen kam schon sehr früh Leben in die Schlafräume. Alle waren damit beschäftigt ihre Rucksäcke umzupacken, denn alles was man für die Bergtour nicht brauchte, konnte man in einem Depot lassen. In Restaurant des Gästehauses deckte ich mich mit Essen und Trinken ein. Ich hatte mich entschlossen den alpinen Teil des Berges auszulassen und statt dessen mehr Aufmerksamkeit auf die Vegetation zu legen. Am Ende dieses Tages war ich auch heilfroh mich so entschieden zu haben.
Bis ca. 2700 Meter durchquerte man einen kühlen Nebelwald mit dichtem Bambusgestrüpp und meterhohen Farnen. Danach wurde die Vegetation offener und die Sonne wechselte sich mit Nebelschwaden ab. Es folgte eine Zone mit hageren Bäumen, dicht bewachsen mit Moosen und Flechten und hier fand ich Gewächse die zu der Familie der fleischfressenden Pflanzen gehören: die Kannenpflanzen. Insekten werden von einen süßen Nektar am oberen Rand der Kanne angelockt. Dieser Rand ist jedoch sehr glatt, sodass sie im Inneren der Kanne in eine Lösung mit Verdauungsflüssigkeit stürzen, in der ihre Körper verdaut werden. Diese Kannen können bis 50 Zentimeter groß werden. Auf Borneo gibt über 30 verschiedene Arten dieser Spezies.

 












































Der Mount Kinabalu ist mit seinen 3500 Meter Höhe kein Berg der alpine Fähigkeiten erfordert. Und doch war der Aufstieg überraschend anstrengend. Der gesamte Aufstieg verläuft über Stufen. Stufen aus Stein, Stufen aus Wurzeln, Stufen in Felsen gehauen, befestigte Stufen aus Geröll. Es war, als würde man eine 2000 Meter hohe Treppe hinaufsteigen. Es ging über Stunden und nahm kein Ende. So war ich doch sehr erleichtert, dass in der Höhe von 3400 m der Aufstieg für mich zu Ende war. Ich übernachtete im Laban Rata Resthouse und am folgenden Tag musste ich  beim Abstieg  meine Knie immer wieder mit Gewalt durchdrücken, sie gaben immer wieder nach, als wären sie aus Gummi                                                                             

                                                                                      

Borneo, Mount Kinabalu, Teil 1















 







Nachdem mein Rucksack endlich angekommen war, brach ich gleich auf um mir im Büro von Sabah Parks einen der wenigen Schlafplätze im Headquarters und in der Berghütte des Mount Kinabalu zu reservieren. Am Busbahnhof, traf ich zum ersten Mal Europäer. Ein Belgier und sein Sohn hatten die gleiche Route. Wir bestiegen plaudernd einen Minibus und glitten hinaus in den Morgenverkehr. Eine sattgrüne Landschaft zog an uns vorbei. Kinder winkten am Straßenrand. Frauen im Sarong wateten knietief in überfluteten Reisfeldern. Wasserbüffel stampften vor einem hölzernen Pflug. 
Die Straße schraubte sich in höhere Lagen. Wir passierten Hängebrücken und einen Wasserfall und erreichte nach einer Weile das 1500 Meter hoch gelegenen Park Headquarters. Als wir ausstiegen erhob sich vor uns der merkwürdig gezackte Gipfel des Mount Kinabalu aus dem Nebel. Mit einer Höhe von 4100 Meter ist er der höchste Berg Südostasiens.
In einer schönen Parklandschaft standen zwei Gebäude aus braun gestrichenem Holz, die Verwaltung, ein Gästehaus. Das Gästehaus war einfach ausgestattet. Es gab zwei große Schlafräume mit Etagenbetten.
Ich machte einen langen Spaziergang. Begleitet von Vogelgezwitscher war ich inmitten von Farnbäumen, Rhododendronbüschen, Nestfarn, Lorbeergewächsen, riesigen Merantibäumen und vielen mir unbekannten tropischen Orchideen. Das Klima war sehr angenehm, jedoch als die Sonne untergegangen war, wurde es auf einmal kühl, denn Nebel breitete sich aus und erzeugte eine unangenehme Feuchtigkeit.
  

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Ein ein Anruf von Singapore Airlines. Es war Adeline. Sie sagte, mein Rucksack wäre vielleicht in Amsterdam gefunden worden, ob sich ein Reiseführer über Thailand in meinem Gepäck befände. Über Thailand? - nein, das war er leider nicht. Die folgenden zwei Tage tat sich nichts. Nur Adeline rief mich morgens und abends an, um mir mitzuteilen, dass es keine Neuigkeiten von meinem Rucksack gab.
Kota Kinabalu war keine Stadt in der es viel zu besichtigen gab. Ich wurde immer verzweifelter und überlegte eindringlich was ich tun könnte. Mein Hauptproblem war die Bekleidung. Ich lief durch die ganze Stadt um etwas Tragbares zu finden. Es gab einige Geschäfte mit europäischer Mode. Aber ich wollte auf einen Berg steigen und nicht zu einer Party. Abends vertrieb ich mir die Zeit vor dem Fernseher. Es gab japanische und amerikanische Filme mit malaiischem Untertitel. An einem Abend wurde “Pretty Woman” gezeigt. Jedes Mal wenn sich die Beiden mehr als einen Meter näherten, war die folgende Szene heraus geschnitten. Es wurde prinzipiell in keinem Film geküsst oder sich umarmt, von anderen Intimität ganz zu schweigen.
Um die Mittagszeit lief ich zu den Garküchen am Markt, um bei den Frauen die frisch gekochte Speisen verkauften, was zu essen. Es gab duftenden Reis, frischen Fisch, Hühnchen und wunderbare mir unbekannte Gemüsearten. Eine davon schmeckte mir ganz besonders gut. Es sah ähnlich aus wie Spargel, war aber nur bleistiftdick und wurde Sabahgemüse genannt.

















Dann endlich, als ich die Hoffnung schon fast aufgegeben hatte, kam gegen Abend der erlösende Anruf. Mein Rucksack war in Penang, einer Insel der malaiischen Halbinsel vorgelagert gefunden worden, und sollte am folgenden Tag in Kota Kinabalu ankommen Und tatsächlich klopfte am nächsten Morgen jemand vom Hotel an meine Zimmertür, der Rucksack war von einem Taxifahrer abgegeben worden. Ich kontrollierte sofort den Inhalt. Zu meiner Überraschung war alles was ich eingepackt hatte noch drin, nichts fehlte. Nicht einmal der Teleskopstock der außen befestigt war. Ich war überglücklich.
                                                                                 

Borneo Ankunft Teil 1

























Ich stand im Flughafengebäude von Kota Kinabalu, Hauptstadt von Sabah, am Förderband und wartete auf meinen Rucksack. Es war 16.30 Uhr, die Temperatur betrug 30 Grad Celsius, die Luftfeuchtigkeit 90 %. Das hektische Treiben war bereits abgeebbt. Die Halle hatte sich geleert, das Förderband blieb stehen. Ich stand etwas verloren in Turnschuhen, langer Hose und Winterpulli in der Halle und verstand die Welt nicht mehr. Mein Rucksack war nicht erschienen.
Jemand vom Flughafenpersonal fragt mich höflich, ob er mir helfen kann. Ich erklärte mein Problem, woraufhin er mich zum Büro begleitete, und Adeline, einer Bodenstewardess im langen blau gemusterten Kleid überließ. Der Fragebogen war schnell ausgefüllt. Meine Adresse in Kota Kinabalu ? Nein, ich hatte noch keine, war ja gerade erst angekommen. Ich bekam eine Telefonnummer, bei der ich mich melden sollte, wenn ich eine Bleibe gefunden hatte. Ich zog den warmen Pulli aus und stand dann mit meiner Habe auf dem Arm: den Pulli, ein Fotoapparat und meine Papiere, in brütender Hitze am Hauptausgang. Ein Taxifahrer brachte mich zu einem Hotel, nicht zu teuer. Er kannte sich aus. Wir hielten vor dem Kinabalu Hotel, klang gut. An der Rezeption trug ich mich ein. Gepäck ? No, my luggage is missing. Das Zimmer war o.k. Zum ersten Mal freute ich mich über eine Klimaanlage. Erst am Abend wagte ich mich aus dem Zimmer. Aber, es war eine Illusion Abkühlung zu erwarten. Ich bewegte mich bewusst langsam auf der Schattenseite der Straße. Neugierige Kinderaugen starrten mich an und riefen “ Hello” hinter mir her. Weit und breit war ich die einzige Europäerin. Um dieser ungewohnten Aufmerksamkeit zu entgegen, setzte ich meine Sonnenbrille auf. Wie ein Kind glaubte ich, wenn ich mich hinter dunklen Gläsern verstecke, sehen mich die anderen auch nicht. Meine Füße brannten in den Turnschuhen. Ich wollte mich von ihnen befreien und schaue auf dem Markt nach Badesandalen. Jedoch, in diesem Land gab es keine Frau die Größe 39 trägt. Ich kam mir vor wie ein Elefant. Am Ende schlüpfte ich in ein paar Herrensandalen und meine Füße hatten endlich Luft. Jetzt noch eine leichte kurze Hose. Das gleiche Spiel. Sie waren mir zu eng und zu kurz. Ich fand auf dem Markt einen Sarong in wunderschönen Farben, und band ihn mir kurz entschlossen um die Hüften. Ich konnte aufatmen, die Hitze konnte mir erst nichts mehr anhaben.