Eingepfercht zwischen drei Mitreisenden, saß ich auf der Rückbank eines altersschwachen Buschtaxis. Die Hitze tat ihr übriges. Wir fuhren über die Piste eines Regenwaldgebietes. So bekamen wir einen Eindruck wie sehr die Natur durch die Rodungen in Mitleidenschaft gezogen wird. Einer der Mitreisenden erzählte, dass hier Ölbaumplantagen entstehen sollten. Während der Fahrt lehnt sich der junge Fahrer immer wieder weit aus dem Fenster. Er schien den rechten Vorderreifen im Blick zu haben. Das sah nicht gut aus. Und es dauerte keine Stunde, da kam der Toyota mit Gerumpel zum Stehen. Alle stiegen aus. Zu meiner Überraschung war es aber nicht der Vorderreifen der den Geist aufgegeben hatte, sondern einer der Hinterreifen war am Ende. Der Fahrer öffnet den Kofferraum und zog einen Ersatzreifen hervor, der sich in nichts vom kaputten Reifen unterschied, nur dass er noch Luft hatte. Nach dem Wechsel ging die Fahrt weiter, weit und breit weder eine menschliche Siedlung noch Gegenverkehr. Dann hielt der Fahrer erneut, verschwand im Dickicht das die Straße säumte, und kam zurück mit einem Benzinkanister. Wir befanden uns nahe der Grenze zu Nigeria, einem Land mit überaus reichem Erdölvorkommen. So war es nur natürlich, dass der Schmuggel blüht.
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Strände in Kamerun
Kamerun verfügt über mehr als dreihundert Kilometer Atlantik-küste mit herrlichen Stränden in einsamen Buchten. Jedoch findet man menschenleere Strände nicht unbedingt, wenn man sich für ein Strandhotel entscheidet.
Ich war in einem Buschtaxi, auf einer gut ausgebauten Straße unterwegs. Die Strecke verlief parallel zur Küste. Im Hintergrund, grüne Wildnis mit alles überragenden Urwaldriesen und in einen Schleier aus Dunst gehüllt, der viertausend Meter hohe Mount Kamerun. An einer Stelle wo der Gebüschstreifen zum Strand besonders schmal war, ließ ich den Fahrer anhalten, und stieg aus. Ein enger Pfad führte durch dichtes Grün, und zwei Minuten später war ich am Strand.
Eine frische Brise machte das Treibhausklima auf einen Schlag erträglich. „Schwarzer“ Sand, einst aus dem Schlund des Vulkans im Hintergrund gespuckt, gesäumt mit Palmen und einer Vielzahl tropischer Bäume, die auf dem fruchtbaren Boden prächtig gedeihen. Weit und breit kein Mensch zu sehen, keine Fußspuren, keine Plastiktüten nur geballte Natur. Es war Ebbe, das Meer hatte sich leicht zurückgezogen. Ich breite mein Strandtuch im Schatten eines Baumes aus, und genoss einen Tag allein am Fuße des Mount Kamerun mit der tosenden Brandung des Atlantik.
Die Ekom - Fälle in Kamerun
Das Tiefland der Küste rund um den Mount Kamerun gehört zu den regenreichsten Regionen der Welt. Dementsprechend ist das Klima feucht und heiß. Schon die kleinste Bewegung treibt einem den Schweiß aus allen Poren. So ist man dann gerade als Europäer froh, wenn man nach einer gewissen Zeit diese Gegend, trotz all der Schönheit, wieder verlassen kann.
Ich verließ Duala in Richtung Norden mit einem Buschtaxi. Die Landschaft wechselte von dichtem Regenwald zu Plantagen und Kleinpflanzungen. Nur die Farben änderten sich nicht. Es blieb bei einem nebelverhangenen Himmel und durchdringendem Grün, Grün im Überfluss, ein Garten Eden. Auf einer Höhe von siebenhundert Metern umgab mich sanft welliges Hügelland. Das Klima wurde immer erträglicher. Es war eine große Wohltat, nachts nicht mehr im Bett zu kleben, denn die Matratzen waren oft, aus hygienischen Gründen, mit einer Folie überzogen, was den Saunaeffekt noch verstärkte.
In fast tausend Meter Höhe die Stadt Nkongsamba, umgeben von Vulkanbergen und zehn Kilometer weiter nördlich, inmitten einer üppigen Pflanzenwelt die Ekom-Fälle. Der Fluß Nkam stürzt hier achtzig Meter in einen weiten Talkessel. Ein beeindruckendes Naturereignis.
Bekannt geworden sind die Ekom-Fälle nachdem hier 1983 eine der zahlreichen Tarzanverfilmungen gedreht wurde.
Greystoke – Die Legende von Tarzan, Herr der Affen, mit Christopher Lambert in der Titelrolle. Der Film unterschied sich von allen Vorgängern durch eine realistische Darstellung der Dschungelszenen, ohne beschönigende Effekte, und eine historisch nahe Veranschaulichung der britischen Adelsgesellschaft Ende des neunzehnten Jahrhunderts. Er gewann mehrere Preise und war unter anderem für einen Oscar in mehreren Kategorien nominiert.
Korup National Park, Kamerun
Ein neues Land, ein neuer Regenwald. In Douala war ich im Dunst des morgens mit dem Bus gestartet, und hatte auf holprigem Asphalt einhundert-vierzig Kilometer zurückgelegt. Dann hundert Kilometer Piste, zum Glück herrschte Trocken-zeit, so schaffte es das Buschtaxi in viereinhalb Stunden. Unterwegs hatten wir die Region gewechselt, man spricht nun Englisch, im größten Teil Kameruns hingegen ist Französisch die Amtssprache.
Am späten Nachmittag in Mundemba angekommen fand ich am Ortsende in einem kleinen Hotel ein Zimmer. Über dem Bett drehte sich müde ein Ventilator. Ich rüstete mich für die Nacht. Wer weiß ob es später noch Strom gibt. Ich packte mein Moskitonetz aus und befestige es in einer abenteuerlichen Konstruktion, mit einem Kleiderbügel als Verlängerung, am Fensterrahmen. Es hielt. Es war noch schwüler geworden, aber es half nichts, in der Dämmerung sind lange Hose und lange Ärmel wegen der Moskitos angesagt. An dieses Klima würde ich mich nie gewöhnen. In der Dämmerung wurde der einzige Baum, der einer Brandrodung stand gehalten hatte, von einer Schar Graupapageien als Schlafbaum in Beschlag genommen. Ihr nicht enden wollendes Pfeifen, Flöten und Schwätzen wiegte mich in den Schlaf.
Am späten Nachmittag in Mundemba angekommen fand ich am Ortsende in einem kleinen Hotel ein Zimmer. Über dem Bett drehte sich müde ein Ventilator. Ich rüstete mich für die Nacht. Wer weiß ob es später noch Strom gibt. Ich packte mein Moskitonetz aus und befestige es in einer abenteuerlichen Konstruktion, mit einem Kleiderbügel als Verlängerung, am Fensterrahmen. Es hielt. Es war noch schwüler geworden, aber es half nichts, in der Dämmerung sind lange Hose und lange Ärmel wegen der Moskitos angesagt. An dieses Klima würde ich mich nie gewöhnen. In der Dämmerung wurde der einzige Baum, der einer Brandrodung stand gehalten hatte, von einer Schar Graupapageien als Schlafbaum in Beschlag genommen. Ihr nicht enden wollendes Pfeifen, Flöten und Schwätzen wiegte mich in den Schlaf.
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| Brettwurzelbaum |
Der Korup Nationalpark liegt an der Grenze zu Nigeria. Halb so groß wie das Saarland beherbergt er allein vierhundert Baumarten, von denen mich die Ur-waldriesen mit den Brettwurzeln ganz besonders interessierten. Ein Guide führte mich über eine lange Hängebrücke, unter uns ein fast ausgetrocknetes Flussbett.
Auf einer Hängebrücke zu laufen ist ein merkwürdiges Gefühl. Sie schwingt nicht nur auf und ab, sondern auch von rechts nach links.
Der Park gehört zu der Gruppe der tropischen Tieflandregenwäldern und birgt in sich einen wahren Apothekergarten. Allein an die hundert Gewächse gehören zu den Heilpflanzen, aber gerade mal die Hälfte sind wissenschaftlich erforscht.
Ansonst ist dieser Regenwald die Heimat von Waldelefanten, Leoparden, Schimpansen und Tieflandgorillas. Allerdings hat man als nur kurz verweilender Besucher der Randzonen des Naturschutzgebiets kaum die Chance eines der Tiere zu sehen.
| Termitenbau |
Deutsche Seemannsmission Douala, Kamerun
Sechs Uhr morgens. Nach einer Nacht im Flugzeug stand ich nun in der Passkontrolle am Flughafen von Douala in einer endlosen Schlange. Draußen dämmerte der Morgen. Die Sonne war noch nicht aufgegangen, es schwebte ein zäher Dunst über der Stadt. Waschküchenatmosphäre und eine unerträgliche Hitze mit extrem hoher Luftfeuchtigkeit. Pässe und Visen von zirka zweihundert Reisenden mussten kontrolliert werden. Es dauerte. Über den Köpfen des Flughafenpersonals surrte müde ein Ventilator.
Ein Taxi brachte mich in die Stadt. Die Fenster des altersschwachen Renault waren runtergekurbelt und im Radio dudelte Reggae Musik. Auf der Straße kam uns ein hoch gewachsener splitternackter Mann entgegen. Der Taxifahrer fuhr in einem Bogen um ihn herum. Das ist ein Verrückter, erklärte er mir. In Douala gäbe es eine Menge davon. Er setzte mich vor der Deutschen Seemannsmission ab. Hafenatmosphäre. Rundum armselige Wellblecharchitektur. Im Foyer höre ich jemand Hamburger Dialekt sprechen. Die Frau des Diakons begrüßte mich freundlich. Ich hatte Glück. Sie hatten ein Zimmer für mich. Die deutsche Seemannsmission ist mehr als nur Seelsorge und eine Über-nachtungsmöglichkeit für Seeleute. Sie ist Anlaufstelle für hier lebende Ausländer, aber auch Reisende können hier mit ein bisschen Glück eines der wenigen Zimmer ergattern. Innerhalb des abgeschlossenen Geländes wächst ein Garten, es gibt ein Restaurant mit deutscher Küche, und zur Abkühlung steht ein Swimmingpool zur Verfügung. Am Abend begegnete mir im Restaurant ein Ingenieur aus Cuxhaven. Er erzählte mir, dass er mehrmals die Woche hier herkommt um sich mit anderen hier lebenden Deutschen auszutauschen, oder auch mal an einem deutschsprachigen Gottesdiensten teilzunehmen. Er arbeitete seit neun Monaten in Douala, für einen Europäer bedeutet das: ein Klima an das man sich nie gewöhnt und ein schwieriger Alltag.
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