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Walking Safari im Hwange National Park, Simbabwe
























Aaron, unser Guide von Stamm der Shona, schulterte sein Gewehr und mahnte zum Aufbruch. Mit mir standen noch vier weitere Teilnehmer in festem Schuhwerk und Fotoapparat in der noch milden Morgensonne. Wir formierten uns hinter Aaron zum Gänsemarsch, und schon ging es querfeldein zwischen Gestrüpp und ausgedörrtem Gras. Es dauerte nicht lange, da tauchte auf einmal ein Warzenschwein auf. Ahhh, rief Aaron, da kommt George. Und tatsächlich trottete das Tier gemütlich mit wedelndem Pinselschwanz auf uns zu. Es war sofort klar, dass Aaron und Georges alte Freunde waren. Ich machte den Versuch das Schwein anzufassen, doch das ging ihm zu schnell, es machte erschrocken einen Satz zur Seite.
Weiter setzten wir einen Fuß vor den anderen, lauschten schweigend in die stille Landschaft. Es raschelte in einer Baumgruppe. Aaron gab uns Zeichen stehen zu bleiben. Dann erblickten wir einen kapitalen Wasserbüffel. Er hatte sich mit den Hörnern in einem dornigen Trockenbusch verfangen, und warf gereizt den Kopf hin und her. Nachdem er sich befreien konnte, rannte er, Gott sei Dank, davon. Aaron sagte, man müsse sich vor solchen Einzelgängern in Acht nehmen, die könnten gefährlich werden.
Mit gemischten Gefühlen stiegen wir über niedergetrampelte Sträucher und entwurzelte Bäume, und wateten durch mächtige Haufen Elefantenmist, bis wir auf einmal ein Trompeten vernahmen. Gleich darauf zog eine Herde Elefanten, mit bedächtigen Schritten, fast lautlos an uns vorüber. Die Leitkuh, hob immer wieder den Rüssel witternd in den Wind. Elefanten leben im Matriarchat. Weibliche Elefanten formieren sich mit ihren Kindern zu einer Herde. Wenn die männlichen Jungtiere geschlechtsreif werden, verlassen sie die Gruppe, und schließen sich herumziehenden Bullen an. Die Tiere blieben bald stehen, und rissen in aller Ruhe Zweige von einem Busch mit dem Rüssel ab, und stopft sie sich ins Maul. Sie schienen sich von unserer Harmlosigkeit überzeugt zu haben, uns aber klopfte das Herz vor Aufregung bis zum Hals. Zebras und Gazellen tauchten auf, hörten auf zu grasen, und schauten verwundert zu uns herüber.  



Elefanten im Hwange Nationalpark, Simbabwe



Ich hatte von den vielen Elefanten im Hwange Nationalpark gehört. Von Victoria Falls waren zweihundert Kilometer zu überwinden, was allerdings ohne Auto in Simbabwe etwas schwierig war. Aber ich hatte Glück. Bei der Anmeldung im Büro von Victoria Falls Town lernte ich ein argentinisches Ehepaar kennen, das mir anbot, mich in ihrem Wagen mitzunehmen.



Am folgenden Tag bezog ich, nach einer kurzweiligen dreistündigen Fahrt mit den beiden, im Camp des Hwange Nationalparks eine kleine Hütte, und schloss mich gegen Abend einer Pirschfahrt an. Eines der Ziele war eine Aussichtsplattform an einer Wasserstelle, an der das Wild der Umgebung, vor allem in den Abendstunden, eintrifft.
Die Elefanten in Afrika werden immer weniger. Schuld daran ist der Elfenbeinhandel, der eine wahre Blutspur durch den Kontinent zieht. Ein Aufgebot von Wilderern, metzelt ganze Elefantenfamilien nieder. Der Bestand ist, besonders in Ländern Zentralafrikas, bedrohlich geschrumpft, ja sogar vom Aussterben bedroht.
Der Hwange Nationalpark ist hier eine Ausnahme. In einem Gebiet, doppelt so groß wie Bayern leben inzwischen an die vierzigtausend Elefanten. Die Schäden in der Vegetation sind unübersehbar, besonders in der Trockenzeit. Elefanten fressen täglich im Durchschnitt etwa 170 kg Grünfutter. Sie bevorzugen frisches Gras. Jedoch wenn der Regen ausbleibt und ihr Weidegebiet kahl gefressen ist, wenden sie sich Büschen und Bäumen zu, die sie auch fällen, wenn das Laub außerhalb der Reichweit ihres Rüssels hängt, und ist auch hier alles kahl gefressen, machen sie sich über die Rinden der Bäume her. Es wurden immer wieder Versuche gestartet, der starken Entwicklung der Population Einhalt zu gebieten. Hunderte Elefanten wurden betäubt und auf Lastwagen in andere Landesteile gebracht. Abschußgenehmigungen wurden teuer an wohlhabende ausländische Interessenten versteigert, aber die Maßnahmen reichen nicht aus.
Und trotzdem darf man nicht verschweigen, dass auch hier Wilderer aus Sambia die Grenze überqueren, um ihr blutiges Unwesen zu treiben.
Wie dem auch sei, für Besucher des Parks ist es ein wirkliches großartiges Erlebnis, Elefanten in so großer Anzahl und in allen Altersstufen so nah erleben zu dürfen.





                                                                
























Sambesi und Victoria Fälle, Simbabwe
























Die Afrikaner nennen sie donnernder Rauch. Es herrscht Trockenzeit, und doch hörte ich die Victoriafälle schon von weitem, und erblickte die Gischtwolke die über sie schwebte.
Die Reise des Sambesi beginnt im Hochland von Sambia. Seine Quelle liegt auf einer Höhe von 1500 Meter. Somit hat dieser mächtige Strom während seines 2.600 Kilometern langen Laufs, zahllose Wasserfälle und Stromschnellen zu überwinden. Erst in Mosambik erreicht er Meereshöhe und ergießt sich in einem gewaltigen Delta in den Indischen Ozean. In der Trockenzeit besteht der Sambesi oft nur aus vielen schmalen Rinnsalen. Wenn jedoch im November die Regenzeit beginnt, und Wassermassen den Strom anschwellen lassen, verwandeln sich seine Ufer in ein gigantisches Überschwemmungsgebiet, das eine Breite von mehr als 20 Kilometer überschreitet, und Mensch und Tier das Leben kostet.




















Nachdem der Sambesi fast die Hälfte seines Laufs hinter sich gelassen hat, stürzt er sich hier im Norden Simbabwes, an der Grenze zu Sambia, über eine Breite von 1,7 Kilometer in eine 110 Meter tiefe Schlucht. Es sind die größten Wasserfälle Afrikas, doppelt so hoch wie die Niagarafälle an der Grenze zu Kanada. In der Regenzeit steigt eine mehrere hundert Meter hohe Wolke aus Sprühnebel über den Wasserfällen empor. Noch in 20 Kilometer Entfernung kann man sie sehen.
Jetzt in der Trockenzeit verzweigt sich der Sambesi in viele einzelne Flussläufe, die man in der Uferzone stellenweise überqueren kann. Ein Hochgefühl beschlich mich, als ich am Rand der Schlucht in die Tiefe schaute, und sah wie der Sprühnebel in allen Regenbogenfarben schimmerte. Ich bin sicher:  die Victoriafälle können es mit allen Wundern dieser Welt aufnehmen.