Deutsche Seemannsmission Douala, Kamerun



Sechs Uhr morgens. Nach einer Nacht im Flugzeug stand ich nun in der Passkontrolle am Flughafen von Douala in einer endlosen Schlange. Draußen dämmerte der Morgen. Die Sonne war noch nicht aufgegangen, es schwebte ein zäher Dunst über der Stadt. Waschküchenatmosphäre und eine unerträgliche Hitze mit extrem hoher Luftfeuchtigkeit. Pässe und Visen von zirka zweihundert Reisenden mussten kontrolliert werden. Es dauerte. Über den Köpfen des Flughafenpersonals surrte müde ein Ventilator.

Ein Taxi brachte mich in die Stadt. Die Fenster des altersschwachen Renault waren runtergekurbelt und im Radio dudelte Reggae Musik. Auf der Straße kam uns ein hoch gewachsener splitternackter Mann entgegen. Der Taxifahrer fuhr in einem Bogen um ihn herum. Das ist ein Verrückter, erklärte er mir. In Douala gäbe es eine Menge davon. Er setzte mich vor der Deutschen Seemannsmission ab. Hafenatmosphäre. Rundum armselige Wellblecharchitektur. Im Foyer höre ich jemand Hamburger Dialekt sprechen. Die Frau des Diakons begrüßte mich freundlich. Ich hatte Glück. Sie hatten ein Zimmer für mich. Die deutsche Seemannsmission ist mehr als nur Seelsorge und eine Über-nachtungsmöglichkeit für Seeleute. Sie ist Anlaufstelle für hier lebende Ausländer, aber auch Reisende können hier mit ein bisschen Glück eines der wenigen Zimmer ergattern. Innerhalb des abgeschlossenen Geländes wächst ein Garten, es gibt ein Restaurant mit deutscher Küche, und zur Abkühlung steht ein Swimmingpool zur Verfügung. Am Abend begegnete mir im Restaurant ein Ingenieur aus Cuxhaven. Er erzählte mir, dass er mehrmals die Woche hier herkommt um sich mit anderen hier lebenden Deutschen auszutauschen, oder auch mal an einem deutschsprachigen Gottesdiensten teilzunehmen. Er arbeitete seit neun Monaten in Douala, für einen Europäer bedeutet das: ein Klima an das man sich nie gewöhnt und ein schwieriger Alltag.




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